Förderkreis Hilfe für Nepal e.V.

Über den Verein

Der Verein „Hilfe für Nepal“ e.V. entstand spontan im Verein „Glasperlenspiel“ Asperg nach einem Vortrag der Krankenschwester Christine Hofmann über ihre Arbeit mit mittellosen Patienten - vorwiegend Brandverletzte - in Nepal. Schwester Christine war 10 Jahre am staatlichen Bir-Hospital in Kathmandu tätig. Wir lernten uns 1983 kennen, als sie in Stuttgarter Kliniken auf „Betteltour“ für ihre Patienten war. Sie brauchte alles, Bandagen, Salben, Antibiotika, die selbstverständlichsten Dinge waren für ihre Patienten unerschwinglich. 

Ich war in jener Zeit als Neurochirurg am Stuttgarter Katharinenhospital tätig. Als gebürtiger Nepalese kenne ich die Situation der mittellosen Kranken in meiner Heimat sehr gut.

Es gibt keine Krankenversicherung, kein staatliches soziales Netz. Die meisten Menschen sind sehr arm und können als Kleinbauern oder Tagelöhner gerade ihr tägliches Brot erarbeiten. Manche von ihnen haben nicht einmal genug, um ihre Kinder satt zu bekommen, und sind dann froh, die Kleinen als Arbeitskräfte bei besser gestellten Familien oder in der Industrie unterzubringen.

In dieser Situation krank oder behindert zu werden, ist eine existentielle Bedrohung. Zwar ist für die arme Bevölkerung die ärztliche Betreuung in staatlichen Kliniken kostenlos, nicht aber die benötigten Medikamente. Eine längerfristige oder chronische Erkrankung führt oft dazu, dass die Familie das letzte Stückchen Land verkauft, um das Geld für die Behandlung aufzubringen und dann vor dem Nichts steht. Wenn nichts mehr da ist, endet auch die Behandlung.

Um hier ein wenig Abhilfe zu schaffen, gründete Schwester Christine die Armen-Apotheke am Bir-Hospital, unterstützt von der Deutsch-Nepalesischen Hilfsgemeinschaft Stuttgart und von privaten Sponsoren. Was immer sie an Medikamenten sammeln oder kaufen konnte, wurde und wird den Bedürftigen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Als Mitglied des Stuttgarter Hilfsvereins habe ich auf dieser Basis lange Jahre mit Schwester Christine zusammengearbeitet, unterstützt von vielen deutschen Kollegen und der Pharma-Industrie.

Bei einem Deutschlandaufenthalt im Jahr 1989 bat ich Schwester Christine, im „Glasperlenspiel“ über ihre Arbeit zu berichten. Ihr Bericht machte so betroffen, dass am gleichen Abend die Gründung unseres Hilfsvereins beschlossen wurde.
Wir sind eigentlich mit der Absicht angetreten, die medizinische Arbeit von Schwester Christine finanziell zu unterstützen.

Sehr schnell jedoch bekam unsere Zielsetzung eine Eigendynamik und wir wurden zu einer Anlaufstelle für soziale und existentielle Nöte der Patienten und ihrer Familien.
Aber auch Ärzte wandten sich an uns mit der Bitte, den Kliniken dringend benötigte Geräte, chirurgische Instrumente, Narkosemittel, Nahtmaterial, Kontrastmittel usw. zu spenden. Behinderte baten um Krücken oder Rollstühle. Klinikchefs fragen um Rettungsfahrzeuge an, und inzwischen wenden sich die Gemeinden an uns mit der Bitte, ihnen Feuerwehr-Fahrzeuge zu spenden (es gibt in ganz Nepal insgesamt 6 Löschfahrzeuge, zwei davon sind Spenden der Stadt Freiberg).
Viele der Bitten, die an uns herangetragen werden, können wir nicht erfüllen, da unserem Verein dazu die finanziellen Mittel fehlen. Neben dem Sammeln und Transportieren von medizinischen Hilfsgütern liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit vor allem bei Einzelschicksalen. Hier liegen uns besonders die Kinder am Herzen, die sich einen Schulbesuch nicht leisten können. Inzwischen betreuen wir mittels Schul-Patenschaften über 100 Kinder, die mit jeweils 30 Euro monatlich ihren Lebensunterhalt und Schulbesuch bestreiten können. Im Rahmen unserer Möglichkeiten leisten wir finanzielle Hilfe bei Notfällen, z.B. Kostenübernahme von Operationen und medizinischen Behandlungen, oder auch Hilfe in sozialen Härtefällen.

Auch für alte Menschen konnten wir inzwischen ein Projekt einrichten. Dank großzügiger Spende der Pop-Gruppe PUR konnte ein Alten- und Mädchenwohnheim erstellt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im Bereich Weiterbildung. Bisher haben wir 4 deutsch-nepalesische bzw. Internationale Ärztekongresse organisiert, die für Fachleute aus beiden Ländern zu einem wichtigen Forum des wissenschaftlichen Austausches mit Weiterbildungsmöglichkeit geworden sind.

Alle Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich. Die Verwaltungskosten tragen wir selbst, so dass alle Spenden nach Abzug der Bankgebühren  zu fast 100% in Nepal ihren Zweck zugeführt werden. Unsere Arbeit ist aber nur möglich, solange sie von engagierten Menschen mit getragen wird. Wir freuen uns über jede Unterstützung.

Dr. med. B. N. Rana

1. Vorsitzender
Förderkreis Hilfe für Nepal e.V.